Real Ronin “Streetcore Classick" Album VÖ: 16.02.2009
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Auf den ersten Blick scheint es als wäre dieser Typ nur ein weiterer Rapper, der sich in die
lange Schlange der Gangsterrap-Schiene einreiht. Schublade auf, Real Ronin rein,
Schublade zu! Aber damit macht man es sich doch etwas zu einfach. Ist man aber bereit
zwischen den Zeilen zu lesen, wird man schnell feststellen, das Real Ronin - der 76er aus
dem Norden - einiges zu erzählen und zu bieten hat.
Keine Frage: Real Ronin ist Straße. Streetcore seine Sprache. Seine Texte ehrlich, direkt,
hart, rau & äußerst bissig. Da ist er mit Sicherheit nicht der Einzige, der die Voraussetzung
erfüllt. Auch er hat einiges gesehen, viel erlebt und er ist immer noch ein Teil davon. [„Die
Straße in dir stirbt nie wenn du einmal nach ihren Regeln gelebt hast…“]. Dennoch
beherrschen es nicht viele Künstler das Straßenleben so zu beleuchten, wie Real Ronin es
tut. Er glorifiziert die Schattenseiten dieses Lebens nicht, sondern bringt dem Zuhörer
objektiv & nüchtern die Straße ein Stück näher, um sie zu verstehen. Hört man sich
heutigen Streetrap in seiner gesamten Fassade, weiß man, dass es da noch einigen
Klärungsbedarf zu geben scheint. [„Streetcore ist echt und kein Fiktions-Entertainment“].
Während andere Rapper ihre Themen teils sehr oberflächlich anschneiden und mit Phrasen,
platten Floskeln und unüberlegter Image-Attitude glänzen, erzählt Real Ronin seine
Geschichte im Detail und lässt beim Hörer keine Frage offen.
Wer jetzt denkt, dass es sich um ein melancholisches oder depressives Album handeln
muss, täuscht sich. Gerade die erste Hälfte des Albums geht extrem nach vorne, liefert
„Bangershit“ vom Feinsten und repräsentiert RR’s Style & Flowfähigkeiten, sowie seine
Energie & Kraft. Es geht um seine Erfahrung, ganz gleich ob positiv oder negativ, aber auch
um eine gewisse Reife, die er auf der Straße im Laufe der Jahre erlangt hat. Jeder Hörer
wird in Ronins „Streetcore“ das finden, was er sucht, denn die erzeugten Bilder seiner
Sprache sind für fühlbar. Auf der einen Seite bissig & auf der anderen Seite tiefgründig und
nachdenklich mit viel Seele, Herz & Gefühl. Unverwechselbar ist auch sein Geschick mit
seiner Stimme nicht einfach nur den Text auf den Beat zu übertragen, sondern sie so
intensiv & besonders in die Gesamt-Produktion von Besza zu integrieren, dass sie schnell
als unausweichliches Instrument, um die Tracks zu zu verkomplettieren, erkannt wird.
All das macht seine Musik zu etwas Eigenständigen & RR zu einem Rapper, der sich von der
Masse abhebt & zeigt, dass man im musikalischen, sowie lyrischen oder technischen
Hinblick keinen Vergleich zu anderen Künstlern ziehen kann. Die facettenreichen Tracks,
die Aufrichtigkeit und Originalität ist es, weshalb sich seine Hörerschaft weit über die
Grenzen der Streetrap- & HipHop-Gemeinschaft erstreckt. RR wird man also nicht anhand
von 2-3 gehörten Tracks in eine Schublade stecken können. Seine Single (+Video) „Kein tut
mit leid“ feat. No.One könnte kein besseres Beispiel dafür sein. Denn sein „Rap mit dem
Herz auf der Zunge und der Faust geballt“ ist mehr als nur Fassade, mehr als nur Image &
mehr als nur ein weiterer platter Straßen-oder Gangster-Rap. Das ist Streetcore!

Biographie
Ende 2003 nimmt Real Ronin (bürgerlich Marco Schneider, geb. 1976 in Hamburg) das erste Mal einen Stift zur Hand, um seine Gedanken, Erlebnisse, seine Wut & seinen Schmerz zu Papier zu bringen. Da er mit der HipHop Szene wenig zu tun hat & niemanden in seinem Umfeld hatte, der Beats produziert, bleibt es zuerst gezwungener Weise auch beim Schreiben und Sammeln seiner Lyrics. Das Schreiben wird für ihn immer mehr ein Ventil um sich auszudrücken. Bereits einige Zeit schon kämpft RR schon damit, sein hohes Aggressionspotenzial in den Griff zu bekommen – erstmals kann er einen Erfolg
verbuchen. Tendenz steigend! Schnell zieht er die Möglichkeit, sich Hass & Frust lieber von der Seele zu schreiben statt sie auszuüben, vor. Nachdem der Drang über Instrumentals zu rappen immer größer wird, versucht er Kontakte zu fähigen Produzenten zu knüpfen & merkt schnell, dass das Internet auch eine Plattform für Aufschneider & Pseudo-Profis ist. Die Idee selbst zu produzieren findet er letztlich attraktiver. Das erste Equipment ist schnell gekauft, die Umsetzung allerdings weitaus zeitaufwendiger & schwieriger als erwartet, zumal er keinen in seinem Umfeld hat, der ihm Ratschläge oder Tipps geben könnte, wenn er mal auf der Stelle trat. Er lernt schließlich im Netz einen Produzenten aus Nordhorn
kennen, bei dem er aufnehmen kann. Auch wenn das immer eine 320km lange Fahrt ins Studio bedeutete, er hatte endlich was er wollte. Er nimmt zwei Demo-CDs auf, arbeitet an weiteren Tracks & steckt viel Energie, Zeit & Geld in seine Musik.
Die Mühe & der Aufwand hatten für ihn eben einen hohen persönlichen Wert, denn er schafft es sein neues Ventil immer ausgiebiger zu nutzen. Mit seinem Partner
Lobo gründet er das Projekt NordicSkillA & nimmt auch hierfür Tracks auf. Nach Unstimmigkeiten in Nordhorn, kommt es eines Tages zum musikalischen Stillstand. Er war also wieder da, wo er angefangen hatte. Als ob es Schicksal ist, trifft Lobo einen alten Bekannten wieder, den Hamburger Produzenten
Besza, den man auch als Rapper No.One das Zet kennen dürfte. Die Chemie zwischen Besza & Ronin stimmt & eine gut funktionierende Zusammenarbeit nimmt seinen Lauf. Als Besza den Produzenten Funkwecka Beatz vorstellt, der schon u.a. für She-Raw, Serk, Mischen Impossible, No.One produziert hatte, ist mit Funkwecka-Records auch ein Studio gefunden, indem schließlich auch die Aufnahmen zum aktuellen Album, die aufgrund der Erfahrungen von Funkwecka, das persönliche Engagement & die herausragenden Beats von Stammproduzent Besza eine ganz persönliche Note verliehen
bekommen.
Da Tätowieren schon seit frühester Jugend zu seinem Leben gehört verewigt er seit Jahren Wesentliches aus seinem Leben bildlich auf seiner Haut, um sich daran zu erinnern. Schaut man RR heute an, erinnert er fast schon an ein japanisches Gemälde oder einen Yakuza-Krieger, denn jedes Tattoo erzählt eine Geschichte. Den Namen ‚Ronin’, der für ihn eine ganz besondere Bedeutung hat, bekommt er schon lange bevor er anfängt zu rappen, farblich in seine Haut gestochen. „Viele geben sich einen Namen,
um sich damit eine zweite Identität zu schaffen oder benennen sich nach etwas, dessen Bedeutung sie nicht mal kennen. Bei ‚Ronin’ meinen viele fälschlicherweise das es übersetzt ‚gesetzlos’ heißt. Bis heute betitelten sich einige Rapper damit. Betrachtet man diese Rapper, aber genauer wird sofort deutlich, dass sie mit dem Namen und dessen Bedeutung nichts gemein haben. Sie erfüllen für mich nur ein
weiteres Klischee“, so Real Ronin selbst. Mit der tatsächlichen Bedeutung von ‚Ronin“’ identifiziert er sich, weil der wirkliche Wortgehalt genau das aussagt, was er fühlt & sein ganzes Leben danach verläuft. Die wortgetreue Übersetzung ist `Wellenmann` – analog dem Bild einer Welle, die den Menschen umwirft - oder dessen Leben ein ständiges & extremes Auf und Ab ist & der nie weiß, wo es ihn morgen hin verschlägt.
Da die herrenlosen Samurai im alten Japan, also die Ronin, zwangsläufig oft auch zu Gesetzeslosen wurden, kam schnell der Gedanke auf, dass dies auch die Übersetzung sei. Die tatsächliche Beschreibung trifft auch auf den Rapper aus dem hohen Norden der Republik zu. Er verleugnet seine zum Teil kriminelle & gewalttätige Vergangenheit nicht. Auch wenn für ihn das Jetzt & Heute & die Veränderungen zählen, seine erlangte Reife anhand der durchlebten Ereignisse sagt ihm, dass das Biest namens Straße immer noch in ihm steckt & das auch immer so bleiben wird – da ist er sich sicher. Heute rappt Real Ronin von den Narben, die keiner sieht oder sehen will. Von den guten, wie auch negativen Seiten der Straße. Von Hoffnung, Ehrlichkeit, Trauer & Wut - über Menschen, die seinen
Weg kreuzten und seine Lebenserfahrungen. Liebe, Schmerz, Wut & Hass sind die elementaren Gefühlslagen, die sein Leben prägten – das stellt er authentisch in seinen Texten dar. Dass das nicht immer depressiv & melancholisch klingen muss, zeigt er auf seinem Debütalbum eindrucksvoll. Die ersten Früchte der Arbeit kommen nun langsam zum Vorschein denn 2009 ist es endlich soweit und Real Ronin wird seinen Tonträger mit dem passenden Namen „Streetcore Classick“ präsentieren. Damit ist der
Köter aus seinem Käfig & niemand kann ihm einen Maulkorb anlegen.
Mehr info auf:
http://www.realronin.de
http://www.myspace.com/realronin
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Kommentare
qzsmeulek schrieb am 19.07.2010 19:11: Titel mit eingeben xHmQOx zrpuvkwbnvml, [url=http://djegjsnmnjtv.com/]djegjsnmnjtv[/url], [link=http://swtqmhnoroah.com/]swtqmhnoroah[/link], http://kazcvpzezcsk.com/
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