Mc Doom "The Illes" + Video VÖ: 22.01.2010

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Ende der Siebziger, in einer Bar auf Jamaika. Die Jukebox läuft vor sich hin. Der damals fünfjährige Mc Doom spielt in der Gaststätte seiner Eltern. Er bekommt eine Münze
geschenkt, wirft sie in die Jukebox und drückt auf einen der Knöpfe. „I Want You Back“ von den Jackson 5 ertönt. Ein Schlüsselmoment. Noch viele Jahre später würde er
sich an dieses Gefühl erinnern, wie fasziniert er von Michael Jackson war und durch ihn zum ersten Mal bewusst seine Liebe zur Musik entdeckte. Jetzt, fast zwanzig Jahre
später, hat Mc Doom es geschafft, diese Liebe in ein außergewöhnliches Debütalbum mit dem Titel „The Illes“ zu kanalisieren.

Doch der Weg hierhin war eine lange Reise. Dass die Musik zu seiner größten Leidenschaft wurde, war zumindest ein Stück weit vorherbestimmt: Mc Doom stammt aus einem
musikalischen Haushalt, Musik war immer um ihn herum – auch als er Anfang der achtziger Jahre von Jamaika nach Deutschland kam. Sein älterer Bruder war DJ und verfügte
über ein großes Repertoire an HipHop und R&B-Platten. Natürlich dauerte es nicht lange, bis sie der kleine Bruder auch zu hören bekam. Besonders die Scheiben von Grandmaster
Flash, Kool Moe Dee, Ice T und später dann Ice Cube, KRS One, LL Cool J und Wu-Tang Clan inspirierten den jungen Mc Doom. Was mit dem Nachrappen diverser
Rap-Texte begann, führte zu einer immer größeren Liebe zur Kunstform Rap und immer mehr eigenen Ideen. Er experimentierte, probierte, machte. Als Jugendlicher glaubte
er natürlich, dass es für ihn nie etwas anderes außer Musik geben könne und dass er irgendwann viel Geld damit verdienen würde.

Einige Zeit ist seitdem ins Land gezogen, viel ist passiert. In den vergangenen Jahren hatte er immer wieder Jobs, machte eine Ausbildung. Trotzdem führte ihn alles, was er
tat, immer wieder zurück zur Musik. Irgendwann wurde ihm klar, dass dies wohl wirklich sein Weg sein soll – und er sträubte sich nicht dagegen. Ehrgeizig und zielstrebig arbeitete
er weiter an seinen Songs und seiner Bühnenpräsenz und entwickelte sich dadurch auch ständig weiter. Er absolvierte viele Auftritte in Jugendhäusern, auf Stadtfesten und
Jams und stellte sich den unterschiedlichsten Herausforderungen. Als er Ende 1999 die Jungs von der Mic Mafia kennen lernte, denen die Musik von Mc Doom auf Anhieb
gefiel, luden sie ihn direkt ein, mit ihnen auf Deutschlandtour zu kommen. Für ihn eine wichtige Station, denn „von da an ging es eigentlich nur bergauf.“

Über die Jahre knüpfte er viele Kontakte und lernte ein paar Menschen kennen, die in unterschiedlichsten Bereichen sehr kreativ sind. Also beschloss er, sich ein musikalisches Netzwerk aufzubauen – einerseits um eigene Strukturen zu schaffen, andererseits um junge Talente zu fördern. Nach einigen Monaten Planung baute er als ersten Schritt ein eigenes
Tonstudio auf. Kurze Zeit später holte sich DJ Chestnut als Soundengineer und Produzenten mit ins Boot. Das Studio wuchs und gedieh – und durch diverse Aufträge und
Produktionen genießt es inzwischen den Ruf einer äußerst guten Adresse für Vocalrecording und Musikproduktion.

Doch auch die musikalische Karriere von Mc Doom selbst nahm weitere Formen an. Es folgten Auftritte auf verschiedenen Festivals wie dem Splash!, der Rheinkultur oder dem
Ringfest und mehrere Gigs als Support-Act für U-God (Wu- Tang Clan), Onyx, MC Rene und weitere Künstler. Es entstanden Kontakte zu internationalen HipHop- und Reggae-
Artists, Managements und Firmen. Mc Doom gründete sein Label „Doom Entertainment“ - eine Promotion- und Vertriebsplattform für europäische Newcomer wie Mc Doom
selbst, Giddy Ganza, Red Rugged und weitere Künstler. In Zusammenarbeit mit weltbekannten Rap-Legenden wie zum Beispiel Ghostface Killah, Afu-Ra, Capone-N-Noreaga,
Havoc (Mobb Deep) und Onyx entstanden in den letzten Monaten und Jahren Produktionen mit bzw. für Underground-Artists aus Jamaika, USA, Afrika und Europa, sowie Dooms
eigene Projekte.

Wie gesagt: Viel Zeit musste ins Land ziehen, bis Mc Doom sein Debütalbum „The Illes“ veröffentlichen konnte. Nun erscheint es dieser Tage endlich – natürlich über sein eigenes
Label Doom Entertainment. Die vielen Jahre der Vorbereitung haben sich bezahlt gemacht: Mc Doom ist bereit und hat mehr als genug Lehrgeld bezahlt, indem er seine künstlerische Karriere, sein Label und sein Studio parallel aufbaute. Mit viel Erfahrung und über Jahre angehäuftem Wissen startete er die Arbeit zu seinem ersten Album, das
so perfekt wie möglich werden und in erster Linie seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht werden sollte. Das Album wuchs mit der Produktion. DJ Chestnut und Mc Doom
fungierten auf „The Illes“ hauptsächlich selbst als Produzenten, aber auch Boogie, Monroe und Red Rugged kamen zum Einsatz. Durch seine internationalen Beziehungen
konnte er zudem Erstliga-Features wie Afu-Ra, Ghostface Killah, Solomon Child und die Metaphysics gewinnen.

Mc Doom ist keiner jener Rapper, die ständig reden, ohne etwas zu sagen. Politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen spricht er in seinen anspruchsvollen
Texten ohne Umschweife an. „Mich stören einige Dinge in der Welt, und darüber will ich auch reden“, erklärt Mc Doom. „Ich will die Menschen motivieren, etwas zu verändern.
Ich will versuchen, ihnen die Augen öffnen.“ Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass ihm die Menschen nur zuhören werden, wenn er seine Message musikalisch so
interessant verpackt, dass sie die potenziellen Hörer auch wirklich erreicht. Und deshalb hat er die Ansprüche an die Produktion so hoch gelegt, wie es im HipHop nur selten gelingt.
Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren: Mc Doom wird 2009 zwar zum ersten Mal als Solokünstler mit eigener Veröffentlichung auf der Bildfläche erscheinen.
Doch es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal sein, dass man von diesem Künstler hört.

Video:

Mc Doom "The Illes"

Mehr info auf:

http://www.mcdoom.com


Kommentare





atuphngeucw schrieb am 31.07.2011 03:20:
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iafpyhewere schrieb am 06.07.2011 21:17:
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sfgkjcfsbhx schrieb am 06.07.2011 14:59:
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Jaydee schrieb am 06.07.2011 01:51:
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